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Shopify: die vier Stellen, an denen es steuerlich hakt
Shopify ist schnell aufgesetzt, und genau das ist das Problem: Ein Shop verkauft oft schon in die halbe EU, bevor irgendjemand über Steuersätze nachgedacht hat.
| Stelle | Was zu klären ist |
|---|---|
| 1. Steuersätze je Land | Ob Ihr Shop für jedes Zielland den richtigen Satz zieht — und ob die ermäßigten Sätze produktgenau zugeordnet sind. Ein Satz, der in Deutschland ermäßigt ist, ist es im Zielland häufig nicht. |
| 2. Der Zeitpunkt der Umstellung | Wann im Shop von deutscher Umsatzsteuer auf Zielland-Umsatzsteuer umgestellt wird. Der Bruch liegt mitten im Jahr, sobald die 10.000-EUR-Grenze fällt — und er muss im Shop, in der Buchhaltung und in der OSS-Anmeldung am selben Tag ankommen. |
| 3. Rechnungen | Shopify erzeugt Rechnungen nicht in jedem Fall von Haus aus in der Form, die das deutsche Umsatzsteuerrecht verlangt. Pflichtangaben, fortlaufende Nummer, Ausweis je Steuersatz und die Behandlung von Gutschriften gehören geprüft — dazu die E-Rechnung im B2B-Kanal. |
| 4. Auszahlungen und Gebühren | Zahlungen laufen über Shopify Payments oder externe Anbieter, häufig mehrere parallel. Jede Quelle braucht ein eigenes Verrechnungskonto, jede Gebühr ihre eigene Behandlung — siehe Buchhaltung für den Onlineshop. |
Was hinzukommt, wenn Sie zusätzlich über Marktplätze verkaufen: Dann liegen dieselben Umsätze in zwei Systemen mit unterschiedlicher Logik. Die Zusammenführung gehört in die Buchhaltung und nicht in eine Tabelle, die einmal im Jahr entsteht.
Einmal durchsehen, dann läuft es
Für einen bestehenden Shopify-Shop ist das eine überschaubare Durchsicht — und sie erspart in aller Regel eine Korrektur, die später ein Vielfaches kostet.
- Steuereinstellungen prüfen
Je Zielland und Produktgruppe, gegen die tatsächlichen Verkäufe der letzten Monate gehalten.
- Schwelle und OSS klären
Wo stehen Sie, wann kippt es, ist der Verzicht die ruhigere Variante?
- Rechnungen ansehen
Eine echte Rechnung aus dem Shop, Pflichtangaben durchgehen, Gutschriftenweg prüfen.
- Datenweg einrichten
Export oder Schnittstelle, Verrechnungskonten je Zahlungsquelle, monatliche Abstimmung.
Häufige Fragen zu Shopify und Steuern
Kurze Antwort zuerst, Begründung darunter. Rechtsstand: aktuell.
Rechnet Shopify die Umsatzsteuer automatisch richtig ab?
Der Shop rechnet mit den Sätzen, die hinterlegt sind. Ob diese Sätze für jedes Zielland und jede Produktgruppe stimmen und ob zum richtigen Zeitpunkt auf das Bestimmungsland umgestellt wurde, entscheidet nicht die Software, sondern die Einrichtung.
Automatik hilft bei den Standardsätzen. Die Fehler passieren bei den ermäßigten Sätzen und beim Zeitpunkt der Umstellung — beides muss jemand bewusst festlegen.
Brauche ich für Shopify eine zusätzliche Buchhaltungssoftware?
Nicht zwingend. Entscheidend ist, dass Transaktionsdaten und Zahlungsdaten strukturiert in die Buchhaltung kommen. Ob das über eine Schnittstelle, ein Aufbereitungswerkzeug oder eine saubere Importstrecke geschieht, hängt an Ihrem Volumen.
Ab einigen tausend Transaktionen im Monat und mehreren Kanälen rechnet sich in der Regel ein spezialisiertes Aufbereitungswerkzeug. Darunter ist es häufig unnötiger Aufwand.
Ich verkaufe über Shopify und zusätzlich über Amazon. Was ändert sich?
Sie haben dann zwei Datenquellen mit unterschiedlicher Logik und müssen sie zusammenführen — und bei Amazon kommt die Frage der Lagerländer hinzu, die es bei einem reinen Shopify-Shop nicht gibt.
Die Zusammenführung entscheidet darüber, ob Ihre Meldungen einem Abgleich mit den Marktplatzmeldungen standhalten. Mehr dazu unter Marktplatzhaftung und Meldepflichten und Amazon FBA.
Was kostet die Betreuung eines Shopify-Händlers?
Sie haben die Wahl zwischen Pauschalangebot und Stundensatzvereinbarung. Der Aufwand richtet sich nach Transaktionszahl, Zahl der Kanäle und Zahl der Zielländer — nicht nach dem Shopsystem.
Ein reiner Shopify-Shop mit deutschem Lager und einer sauberen Datenanbindung ist einer der unaufwendigeren Fälle in diesem Geschäft. Die Größenordnung nennen wir schon im Kennenlerngespräch, das Angebot kommt schriftlich vor Beginn der Arbeit.
Ein Blick auf Ihren Shop
Schicken Sie uns eine Erstanfrage mit Ihren Zielländern und Zahlungsanbietern. Wir sehen uns die Steuereinstellungen und den Datenweg an.